Kleine Kamera - oh Wunder

Der Trend geht zur kleinen Kamera, zumeist der im Smartphone. Die ist immer dabei und hat eine uns nun schon sehr vertraute Reportage-Brennweite von etwa 28mm. Aber: ein wenig mehr investiert, und schon können die Ergebnisse erheblich besser sein. Ich habe da einen kleinen Tipp: die Nikon Coolpix A. Der Name ist nicht schön, ihr Konkurrent Ricoh GR erheblich geschickter benannt. Die Nikon aber ist gebraucht günstiger und bietet gleiche Bildqualität. Und die ist erste Sahne.

Das kleine Festbrennweiten-Objektiv und der grandiose Sensor ohne Hochpass-Filter ermöglichen Bilder, die schon auf dem kleinen, aber brilliantem Display der Mini-Kamera einen Wow-Effekt auslösen. Bilder können auch im Raw-Format aufgenommen werden, dennoch sind die JPGs sehr gut verwendbar. Einziger Pferdefuss der kleinen Kamera: lahmer Autofokus. Man gewöhnt sich aber daran. Wie man sieht, sind auch Kinder schnell aufgenommen:

Ein großer Vorteil der Westentaschen-Knipse: ihre Nahfokus-Fähigkeit. Sprich: man kann ganz nah ran.

Das Bild ist nicht nachgeschärft!

Ich bin ein Fan von 28mm - natürlich gemeint als "Kleinbild-Äquivalent." Diese Brennweite ist herausfordernder als zum Beispiel 35 oder auch 50 mm. Dadurch, daß mehr im Bild ist, kann auch mehr stören. Dies trainiert aber die fotografische Tugenden! Störende Akzente vermeiden, auf die Ränder achten etc. Hat man ein 28mm-Bild, schließt es mehr Umgebung ein und macht das Bild damit sowohl intimer als auch spannender.

Man kann die Kamera auch einfach mal in Kniehöhe halten und quasi aus der Hüfte Bilder machen.

Oder man hat aus der Hüfte geschossen mal richtig Glück mit einem komplexen, erzählerischem Bild:

Auch Experimente sind möglich. Einfach mal eine lange Belichtungszeit einstellen, also die Blende schließen, und die Kamera bewegen.

Beim Wandern kann man nebenbei auch noch Schmetterlinge fotografieren.

Oder einer melancholischen Sicht auf die Welt fröhnen.

Ich habe mein Exemplar gebraucht gekauft. 240.- Euro. Wegen Sensorflecken. Deren zwei sind nur ab Blende 8 zu sehen, und auch dann nur, wenn man Flächen fotografiert. Also halb so wild. Wer findet sie?

Oder hier?

Ich empfehle, einfach mal in den Bereich der so genannten Edelknipsen hineinzuschnuppern.

Gebraucht sind sie unschlagbar, was das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht. Eine Ricoh GR ist nicht minder empfehlenswert, und wer Knete übrige hat, kann natürlich auch eine Leica Q erwerben. Ich empfehle dringend Festbrennweite. Das trainiert ungemein, bessere Bilder zu machen.

Speisekarten empfehlen sich auch eher durch Reduzierung. Und schöne Gestaltung.

Kategorien: Notizen, Technik

coolpix nikon technik

Teilen: Twitter Facebook Pinterest Tumblr Google+