Nikon Nikkor 28 1.4 E

Nikon 28 1.4 @1.4
(Leider streckt Koken das Bild, so daß die wirkliche Schärfe nicht erkennbar ist, grmpf)

Technisch gesehen ist ein gutes Objektiv erheblich wesentlicher für die (technische) fotografische Qualität als eine gute Kamera. Heutzutage nehmen sich die meisten Kameras ihrer Klasse im Grunde nicht viel: die eine hat die Nase bei der maximalen ISO-Zahl vorne, die andere eine höhere Pixeldichte etc. Wenn ich gefragt werde, welche Kamera ich empfehlen würde, ist mein erster Rat immer: suche Dir eine gut in der Hand liegende Kamera. Es ergibt keinen Sinn, sich eine vermeintlich tolle Kamera zu kaufen und sie nur ungern in die Hand zu nehmen, weil sie sich nicht recht anfühlt. Ich trage meine Kameras nicht an Gurten, sondern in der Hand, und sie müssen gut greifbar, der Auslöser und die Knöpfe für meine Hände gut erreichbar sein. Dann fotografiere ich damit auch gerne!

Der zweite wesentliche Punkt, sich ein Kamerasystem auszusuchen, ist die Auswahl an Objektiven. Wer eher qualitativ und langfristig investieren will, kauft sich die besten Objektive für den jeweiligen gewünschten Einsatz. Nicht immer ist das Objektiv mit dem höchsten Auflösungsvermögen auch dasjenige, was man bei einer Reportage umhertragen will. Es könnte schlicht zu schwer oder nur manuell fokussierbar sein.

Meine technische Priorität bei der Objektiv-Auswahl sind: eine eigene Anmutung, also eine wiedererkennbare Qualität des "Renderings," Mikrokontrast, offenblendig eine hervorragende zentrale Auflösung und schöne Verläufe zwischen Schärfe und Unschärfe, auch Bokeh genannt. Es gibt Objektive, die unglaublich gut auflösen, wie das Sigma 85 1.4, dabei jedoch eher einen klinischen Look und durch die brachiale Schärfe auch schon Farb-Aliasing hervorbringen. Objektivhersteller müssen immer einen Kompromiss finden zwischen allen Faktoren! Es gibt kein ideales Objektiv, auch wenn Zeiss in der Kompromissfindung mit der Otus-Linie am Kleinbild so weit vorgedrungen ist, daß man schon kaum noch von Kompromissen sprechen kann. Aber Otuse sind sehr teuer und nur manuell fokussierbar.

Nikon hat mit dem AF-S 105er 1.4 eines dieser Fast-Kompromisslos-Objektive herausgebracht, die Weltklasse sind. Allein dieses Objektives wegen könnte man berechtigterweise zum Nikon-System greifen. Wäre es von Zeiss oder Leica, würde alle Welt aufschreien und das doppelte bis dreifache dafür zahlen wollen. Zum 105er werde ich noch etwas schreiben, benutze ich es doch auch schon seit einiger Zeit.

Nikkor 105 1.4 @2.0

Meine Hoffnung ist, daß das neue 28er 1.4 auch diese Weltklasse erreicht. Dann habe ich die beiden wesentlichen Brennweiten für meine Einsatzgebiete!

Nikkor 28 1.4 @1.4

Im Laufe dieses Beitrages werde ich versuchen, dies herauszufinden. Die ersten Ergebnisse sind zumindest vielversprechend!

Nikon 28 1.4 E @ 1.4

Was ich Weltklasse finde, ist die Anmutung des Objektives, der Look. Es hat fast cineastische Qualität. Wie Licht aufgenommen wird, die Farben, die Tonalität der Bilder...hier ist meine Hoffnung erfüllt.

Nikon 28 1.4 E @ 1.4
Nikon 28 1.4 @ 1.4

Mikrokontrast: check! In der Bildmitte überragend. Wie es Richtung Ränder aussieht, werde ich noch erruieren.

Nikon 28 1.4 E @1.4
Nikon 28 1.4 @2.0
Nikon 28 1.4 E @1.4

Schärfe-Unschärfe-Verläufe, und vor allem auch Vordergrund-Hintergrund-Separation sind ebenso schlicht phantastisch. Die Bilder wirken dreidimensional, ohne jede Aufdringlichkeit in den unscharfen Bereichen, auch wenn diese im Vordergrund sind.

Nikon 28 1.4 @1.4
Nikon 28 1.4 @ 1.4

Weil´s nicht sein muss, noch ein langweiliges Blendenstern-Foto ;)

28 1.4 E @f16

Kategorien: Notizen, Technik

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